Kommunikation mit dem FötusDer Fötus im Mutterleib hat Möglichkeiten der Kommunikation, die völlig losgelöst sind von Silben, Wörtern und Sätzen, die erst im ersten und zweiten Jahr nach der Geburt zunehmend an Bedeutung gewinnen. Das Mitteilen von Bedürfnissen, Interesse und Gefühlen geschieht durch Bewegungen, Laute und Gesten, die nicht erlernt sind und deshalb in ihrer Summe zurecht als universelle menschliche Sprache bezeichnet werden können. Die frühe Entwicklung der Sinne ermöglicht dem Fötus einen kontinuierlichen Dialog mit seiner Umgebung in dem er sich erstaunlich prezise mitteilen kann. Geschmack, Geruch, heftige Bewegungen, helles Licht und Lärm provozieren bestimmte Reaktionen, die sich abhängig von Intensität und Dauer stark unterscheiden. Ultraschalluntersuchungen des des Verhaltens im Mutterleib haben ergeben, dass Föten starke Emotionen empfinden können. Bei Vorsorgeuntersuchungen zwischen der 16. und 20. Schwangerschaftswoche lässt sich eindeutiges Angstverhalten feststellen. So reagiert das Baby mit deutlich erhöhter Herzfrequenz und Veränderungen des normalen Verhaltens für mehrere Stunden. Bei wiederholter Prozedur reagiert der Fötus mit aggressiven und abwehrenden Bewegungen gegen das Untersuchungsgerät. Ähnlich intensives emotionales Verhalten lässt sich bei Zwillingsföten beobachten, die ihre Hände halten, sich kussähnlich berühren, miteinander spielen und gegeneinander treten und schlagen. Selbst Schreien wurde schon beobachtet und dokumentiert und kann unter günstigen Bedingungen sogar hörbar sein. Dabei vermittelt die Art des Schreiens eine Fülle von Informationen, die Rückschlüsse auf Bedürfnisse oder Beeinträchtigungen zulassen. Die Tatsache, dass Neugeborene über eindeutige Kommunikationsfähigkeiten verfügen und ihre Gefühle und Empfindungen über Veränderungen der Gesichtsmimik vermitteln, lässt auf eben solche Gefühle und Empfindungen schon vor der Geburt schließen. Die damit verbundene Fähigkeit der Verarbeitung emotionaler Reize ist schon lange vor der Geburt vorhanden und macht es sinnvoll und notwendig in Kontakt zu treten mit ihrem ungeborenen Nachwuchs! Viele beeindruckende Beispiele belegen unterschiedlichste prenatale (vorgeburtliche) Einflüsse auf das postnatale (nachgeburtliche) Verhalten. So zeigen Babys ein größeres Interesse an Sprechern ihrer Muttersprache als an Sprechern anderer Sprachen! Techniken der prenatalen KommunikationEs gibt zwar verschiedene Möglichkeiten, mit dem Fötus Kontakt aufzunehmen, jedoch bleibt in erster Linie die akustische Wahrnehmung, so dass die Wahl etwas eingeschränkt ist. Beliebte Methoden sind das Abspielen beruhigender Musik, das Singen von Kinderliedern oder das Vorlesen von Geschichten. Dabei ist eine für die Mutter angenehme Lautstärke völlig ausreichend. Um auch das Baby und seine Geräusche hören zu können, reicht normalerweise ein handelsübliches Mikrophon und ein Verstärker mit Mikrophoneingang. Achten sie jedoch bei der Dosierung der Lautstärke darauf, dass sie beim Installieren des Mikrophons nicht versehentlich extrem laute Piep-Geräusche erzeugen (zu geringe Abstand zu den Boxen). Eine ebenfalls sehr beliebte Methode ist das Schaukeln in einem Schaukelstuhl, was für das Kind eine angenehme Abwechslung zu sonst eher unvorhersehbaren Bewegungen der Mutter sein kann. Wie immer sollten sie es auch damit nicht übertreiben. Generell gilt, dass sie Kommunikationswege finden sollten, die sie auch nach der Geburt wieder aufnehmen können. So lässt sich auf faszinierende Weise eine Vertrautheit herstellen, die sie spüren laässt, dass das Baby schon wesentlich länger zu ihnen gehört, als es der Zeitpunkt der Geburt vermuten lässt! Anzeigen
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