Postnatale Pflege


Die Geburt ihres Kindes ist eine enorme körperliche und emotionale Belastung, die letztendlich den Höhepunkt der Schwangerschaft darstellt. Danach fällt all die Last der letzten Wochen von ihnen ab und sie empfinden ein Gefühl der Erleichterung und Erschöpfung. Strapazen, Schmerzen und Ängste haben ihre Spuren hinterlassen und fordern nun ihren Tribut. Versuchen sie, das Gefühl zu genießen und gönnen sie sich Erholung! Ihr Körper ist geschwächt und braucht nun besondere Fürsorge und Pflege um die nächsten Wochen ohne Erkrankungen oder anderweitige Beeinträchtigungen zu überstehen.

Gesunde Ernährung

Für eine anhaltend gute physische Konstitution für sie und ihr Baby ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung noch wichtiger als sonst. Gerade für stillende Mütter ist eine ausreichende Versorgung des Körpers von entscheidender Bedeutung. Bestimmte Nahrungsmittel sollten sie bevorzugt zu sich nehmen, andere wiederum sollten sie lieber meiden oder gar nicht zu sich nehmen.

Folgendes sollten sie dabei beachten:

  • Brot, andere Getreideprodukte, Kartoffeln, Nudeln und Reis: Diese Lebensmittel sollten den Mittelpunkt ihrer Ernährung bilden, wobei sie dunkle Getreideprodukte und Vollkornprodukte bevorzugen sollten.
  • Obst, Gemüse, Salate, Bohnen, Linsen, getrocknete Früchte und Fruchtsaft: Nehmen sie nach Möglichkeit über den Tag verteilt 5 Portionen dieser Nahrungsgruppe zu sich. Säurehaltige Früchte und Fruchtsaft sollten sie wegen des hohen Säuregehalts in Maßen genießen.
  • Milch und Molkereiprodukte: Nehmen sie Milchprodukte in überschaubaren Mengen zu sich und wählen sie nach Möglichkeit immer fettarme Produkte.
  • Fisch, Fleisch, und Eier : Nehmen sie auch diese Nahrungsmittel in überschaubaren Mengen zu sich und greifen sie lieber zu Huhn und magerem Fleisch. Alternativen können Bohnen, Linsen und Nüsse sein.
  • zucker- und fetthaltige Lebensmittel: Reduzieren sie den Konsum stark zucker- und fetthaltiger Lebensmittel und nehmen sie immer nur geringe Mengen zu sich. Suchen sie gesunde Alternativen wie Obstsalat oder Fruchtjoghurt.

Figur und Gewicht

Ihr Körper hat unglaubliche Veränderungen mitgemacht und ist in mancher Hinsicht an seine die Grenzen gestoßen. Es bedarf einfach einer gewissen Zeit bis sich Kreislauf und Stoffwechsel umgestellt und Erscheinungsbild und Wohlbefinden normalisiert haben. Bis sich ihr Gewicht auf das ursprüngliche Niveau senkt, können weitere 9 Monate oder mehr vergehen. Während der Stillzeit Gewicht zu verlieren mag ihnen vielleicht wichtig erscheinen, ist jedoch wenig hilfreich für sie und ihre Gesundheit. Unterschätzen sie nicht die Belastungen, die sie bewusst und unbewusst zu ertragen haben und verschieben sie ihre Diätpläne auf einen späteren Zeitpunkt!

Stillen des Säuglings

Für stillende Mütter ist die Belastung der ersten Wochen und Monate nach der Geburt noch größer und sie sollten deshalb noch behutsamer mit ihrem Körper umgehen. Diätpläne sind absolut nicht angebracht und für die Qualität ihrer Muttermilch mehr oder weniger nachteilig. Die kraftraubende Betreuung des Neugeborenen und das Stillen selbst sind Belastung genug für sie und ihren Körper. Durch das Stillen ihres Babys wird ohnehin ein Teil des während der Schwangerschaft angesetzten Körperfettes abgebaut und abgegeben und ihr Gewicht damit automatisch auf eine natürliche Weise reduziert. Darüber hinaus liegt ihr Kalorienbedarf weiterhin deutlich über Normalniveau und sollte während der ersten Monate folgendermaßen befriedigt werden.

  • im 1. Monat nach Entbindung: Normalniveau +450 (Kilo)Kalorien
  • im 2. Monat nach Entbindung: Normalniveau +530 (Kilo)Kalorien
  • im 3. Monat nach Entbindung: Normalniveau +570 (Kilo)Kalorien

Versuchen sie zu essen, wenn ihnen danach ist nehmen sie lieber viele kleine Mahlzeiten zu sich als wenige große Mahlzeiten. Ebenso regelmäßig sollten sie trinken und dabei in erster Linie Wasser und ungesüßte Früchtetees bevorzugen.

Einige der Lebensmittel, die sie während der Schwangerschaft vermeiden sollten, können sie nun wieder zu sich nehmen, da ihr Baby nicht mehr direkt mit ihrer Blutversorgung verbunden ist. Andere Lebensmittel hingegen können sich immernoch in negativer Weise auf die Qualität ihrer Muttermilch auswirken. Fragen sie dazu ihre Ärztin bzw. ihren Arzt, der ihnen ihnen in gesundheitlichen Fragen und Ernährungsfragen gerne zur Seite steht.

Sportliche Aktivität

Sport mag ihnen bei all den Strapazen und der damit verbundenen Ermüdung nicht besonders reizvoll erscheinen, kann jedoch sehr wohltuend sein für sie und ihr Körpergefühl. Sportliche Betätigung bringt ihren Kreislauf in Schwung, aktiviert neue Energiereserven und steigert ihre allgemeine Fitness ungemein. Leistungsfähigkeit und allgemeines Wohlbefinden nehmen zu und sie fühlen sich besser gerüstet für den anstrengenden Alltag. Statt sich im Fitnessstudio oder beim Joggen zu quälen, können sie einfach nur spazieren gehen. Sie kommen an die frische Luft und ihr Baby müssen sie dabei auch nicht missen. Alternativen sind Schwimmen, Gymnastik und andere sportliche Aktivitäten, die ihren Körper nicht zu sehr belasten.

Erholung

Sich um ein neugeborenes Baby zu kümmern ist sehr kraftraubend und ihr Körper hat noch immer mit den Auswirkungen der Schwangerschaft zu kämpfen. Die kurzen Nächte und die psychische Belastungen nagen auch an ihrem Nervenköstum und lassen sie unter Umständen leichter reizbar werden. Gönnen sie sich deshalb regelmäßig Pausen von ihrem Baby und der damit verbundenen Verantwortung. Bitten sie Verwandte und Freunde und natürlich ihren Partner um Hilfe bei alltäglichen Aufgaben, die ja weiterhin anfallen, und nutzen sie die Schlafphasen des Kindes um selbst etwas zur Ruhe zu kommen.

Versuchen sie, sich selbst nicht permanent zu überfordern und unrealistische Erwartungen an sich und ihre Situation zu entwickeln. Es wird Tage geben, die sie in empfundenem Chaos verbringen ohne irgendetwas zu schaffen. Machen sie sich eine klare Vorstellung davon, welche Tätigkeiten welche Priorität haben und lernen sie, dass ihr Aktionsradius zuweilen mehr oder weniger eingeschränkt ist. Dafür sind Kompromisse nötig und sinnvoll. Ohne gelegentliche Abstriche werden sie ihren Tagesablauf kaum bewältigen. Daran nicht immer wieder zu verzweifeln ist eine Kunst!

Ihre Gefühlswelt steht ja schon seit Monaten Kopf und daran wird sich sobald nichts ändern! Schwankungen des Hormonhaushaltes tragen ihren Teil dazu bei und sie fühlen sich immer wieder den Tränen nahe, gereizt, depressiv und ausgelaugt. Verlieren sie nicht den Kopf und suchen sie Entspannung und Zeit der Ablenkung. Falls sie ihre Stimmungsschwankungen als sehr belastend oder gar unerträglich empfinden, sollten sie schnellstmöglich ärztlichen Rat suchen und sich ggfls. behandeln lassen.

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