Prenatale Pflege


Schwangerschaft in 20. WocheSobald sie die Gewissheit haben, dass sie schwanger sind und sich erfreulicherweise entschlossen haben, das Kind auszutragen, sollten sie schnellstmöglich ihre Ärztin bzw. ihren Arzt aufsuchen um eine Planung der nächsten Wochen und Monate vorzunehmen. Dabei gilt es keine Zeit zu verlieren, da es viele Dinge zu beachten gibt, die einer Schwangeren in den ersten Wochen nicht oder nur wenig bekannt sind. Generell ist das Ziel prenataler (vorgeburtlicher) Pflege (oft auch Vorsorgeuntersuchung genannt) besteht darin, den Prozess der Schwangerschaft unter ärztlicher Beobachtung zu begleiten und eventuelle Probleme frühzeitig zu erkennen. Dabei sollte die Häufigkeit der Arztbesuche mit Fortschreiten der Schwangerschaft zunehmen:

  • 4.-28. Woche: 1 Besuch im Monat (alle 4 Wochen)
  • 28.-36. Woche: 2 Besuche im Monat (alle 2-3 Wochen)
  • 36. Woche bis zur Geburt: 1 Besuch in der Woche

Schwangere mit außergewöhnlichen gesundheitlichen Probleme und Frauen in Risiko-Schwangerschaften müssen in Absprache mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt häufiger zu Behandlungen erscheinen.

Vorsorgeuntersuchung

Während des ersten Termins werden diverse Tests und Untersuchungen durchgeführt und sie müssen einige Fragen beantworten:

  • Dazu gehören Fragen zum Gesundheitszustand ihres Partners und enger Familienmitglieder, Fragen zu Medikamenten, die sie ggfls. einnehmen und Fragen zu bekannten Risiko-Schwangerschaften in ihrem Verwandtenkreis.
  • Sie werden eingehend Untersucht (gesamter Körper und Unterleib).
  • Sie werden gewogen.
  • Ihr Blutdruck wird gemessen.
  • Sie geben eine Urinprobe um auf Infektionskrankheiten zu testen.
  • Auf Wunsch wird ein HIV-Test durchgeführt.
  • Es wird ein Abstrich genommen um auf Gebährmutterkrebs und andere vaginale Erkrankungen zu testen.
  • Es wird ein voraussichtlicher Geburtstermin bestimmt, der in der Regel nicht mehr als 2 Wochen vom eigentlichen Geburtstermin abweicht.

Die nachfolgenden Termine sind wesentlich kürzer und beschränken sich zumeist auf routinemäßige Untersuchungen:

  • Sie werden gewogen.
  • Ihr Blutdruck wird gemessen.
  • Ihr Bauchumfang wird gemessen um das Wachtum des Babys zu kontrollieren (fortgeschrittene Schwangerschaft).
  • Hände, Füße und Gesicht werden nach Schwellungen untersucht.
  • Der Herzschlag des Babys wird abgehört (nach der 12. Woche der Schwangerschaft).
  • diverse Untersuchungen (Blutuntersuchungen, Ultraschall)

Die Gespräche zwischen ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt und ihnen sind vertraulich. Zögern sie also nicht und informieren sie ihre Ärztin bzw. ihren Arzt auch über unangenehme Details ihres Lebens, sofern sie nach Meinung der Ärztin bzw. des Arztes von Bedeutung sind. Dazu gehören Alkohol- und Drogenprobleme, Geschlechtskrankheiten oder auch häusliche Gewalt. Riskieren sie nicht die Gesundheit oder gar das Leben des ungeborenen Lebens, das sie in sich tragen und legen sie die Karten auf den Tisch. Nur so kann sie ihre Ärztin bzw. ihr Arzt umfassend und problemorientiert behandeln!

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