Risikofaktoren


Risiken während der Schwangerschaft

Es gibt unterschiedliche Faktoren und äußere Einflüsse, die sich negativ für die Entwicklung des Förus auswirken können. Neben selbst verursachten Risiken wie Rauchen, Alkohol und Drogen aller Art, existierenUmwelteinflüsse aller Art, die schädlich oder gar tötlich wirken können. Fasst jede Droge erreicht auch den Fötus über die Blutversorgung und stellt damit eine direkte Gefahr für ihr ungeborenes Baby dar. Dazu kommen noch medizinische Probleme, die eine Schwangerschaft in mehr oder weniger hohem Maße gefährden können. In besonders schwierigen Fällen spricht man von Risikoschwangerschaften.

Alkohol

Alkoholkonsum der Mutter ist einer der Hauptgründe für vermeidbare Schädigungen des Fötus mit allen Konsequenzen. Jeder Tropfen Alkohol, den die Mutter zu sich nimmt, gelangt zwangsläufig zum Fötus und kann dort nur wesentlich langsamer abgebaut werden als im Körper der Mutter. Das Alkohollevel im Fötus bleibt also lange relativ hoch und kann deshalb schon bei geringen Mengen bleibende Schäden verursachen. Dazu kommt ein erhöhtes Risiko von Fehl- oder Totgeburten.

Eine der häufigsten Folgen des Alkoholkonsums schwangerer Frauen ist das sogenannte Fetale Alkoholsyndrom. Folgende gesundheitliche Probleme sind charakteristisch:

  • Wachstumsstörungen
  • Fehlbildungen des Gesichtsbereichs
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • auffälliges Ess- und Schlafverhalten
  • Seh- und Hörprobleme
  • Fehlbildungen der Organe
  • Fehlfunktionen des zentralen Nervensystems

Rauchen

Obwohl immer weniger Frauen während der Schwangerschaft rauchen, gibt es immernoch bedauerliche Ausnahmen, die die Gesundheit ihres Kindes unnötigerweise gefährden. Als Risiko nicht zu unterschätzen ist passives Rauchen, das nach Möglichkeit auch vermieden werden sollte. Folgende gesundheitliche Probleme sind charakteristisch für (passives) Rauchen während der Schwangerschaft:

  • zu geringes Geburtsgewicht
  • Frühgeburt
  • Totgeburt
  • erhöhtes Risiko von Fehlbildungen
  • unzureichende Ausbildung der Lunge
  • Asthma und Infektionen der Atemwege
  • erhöhtest Risiko des Plötzlichen Kindstodes
  • Wachstumsstörungen
  • Verhaltensauffälligkeiten

Auch für die Mutter können sich infolge des Tabakkonsums Komplkationen ergeben:

  • Frühgeburt
  • Infektionen des Uterus

Sich noch wärend der Schwangerschaft zum Aufgeben des Rauchens zu entscheiden ist durchaus sinnvoll und in jedem Fall besser als bis zum Ende weiter zu rauchen. Mit jeder Zigarette steigt das Risiko!

Drogenkonsum

Die Auswirkungen illegalen Drogenkonsums können verherende Auswirkungen und nicht selten zum Absterben des Fötus führen. Leider sind es gerade diese Drogen, die ein Aufhören von heute auf morgen kaum möglich machen. Es ist deshalb dringend erforderlich, dass sie sich ihrer Ärtzin bzw. ihrem Arzt anvertrauen und keine Informationen zurückhalten. Ihre Ärztin bzw. ihr Arzt unterliegt einer gesetzlichen Schweigepflicht und wird mit ihren Aussagen vertraulich umgehen!

Drogenkonsum erhöht das Risiko folgender Krankheiten erheblich und schwächt sie und ihr Baby entsprechend:

  • Anämie (Blutarmut)
  • Blut- und Herzerkrankungen
  • Infektionen der Haut
  • Hepatitis
  • andere infektiöse Krankheiten

Folgende gesundheitliche Probleme sind charakteristisch für den Konsum illegaler Drogen während der Schwangerschaft:

  • Wachstumsstörungen
  • Fehlbildungen des Darms
  • Hyperaktivität
  • Epilepsie
  • Lernprobleme

Den Drogenkonsum innerhalb des ersten Trimesters aufzugeben erhöht die Chancen einer reibungslosen Schwangerschaft enorm und kann und muss das Ziel sein, dass sie ggfls. mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt erreichen können.

Medikamente während der Schwangerschaft

Die Einnahme verschiedener Medikamente kann während der Schwangerschaft zum Risiko werden und muss ausfühlich mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt besprochen werden. Epilepsie und Bluthochdruck sind typische Beeinträchtigungen, die eine besondere Behandlung während der Schwangerschaft erforderlich machen können.

Lesen sie sorgfältig Packungsbeilagen aller Medikamente, die sie gelegentlich oder regelmäßig einnehmen und achten sie dabei besonders auf Hinweise für schwangere Frauen, die fast immer zu finden sind. Bei Fragen steht ihnen ihre Ärztin bzw. ihr Arzt gerne zur Verfügung und veranlasst ggfls. eine neue oder veränderte Medikation.

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

Schwangerschaftsdiabetes ist eine Form der Diabetes, die nur während der Schwangerschaft auftritt und unbehandelt zum Risiko für Mutter und Kind werden kann. Anders als andere Formen der Diabetes resultiert die Gestationsdiabetes nicht aus einem Mangel an Insulin, sondern aus einer hormonell bedingten Resistenz gegen Insulin deren Ursache leider bislang nicht geklärt ist.

Personen mit erhöhtem Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes:

  • Familienangehörige mit Diabetes
  • (extremes) Übergewicht
  • Frauen mit zurückliegenden Totgeburten oder anderweitigen schweren Komplikationen
  • Schwangere über dem 25. Lebensjahr

Komplikationen für das ungeborene Baby können durch eine gute medizinische Versorgung weitestgehend vermieden werden. Eine regelmäßige und sorgfältige Kontrolle des Blutes und des Blutzuckerspiegels ab dem Zeitpunkt der Diagnose ist deshalb dringend anzuraten.

Plötzlicher Kindstod (SIDS)

Plötzlicher Kindstod, auch SIDS (Sudden infant death syndrome) oder Krippentod genannt, beschreibt das Symptom des plötzlichen und unerwarteten Todes eines anscheindend gesunden Babys im Alter von einem Monat bis einem Jahr. Die Häufigkeit liegt nach US-Studien bei ca. 0,05% und ist damit die häufigste Todesursache Neugeborener über dem ersten Lebensmonat. Die Diagnose fällt relativ schwer und muss nach dem Ausschlussverfahren erfolgen. Erst nach Obduktion der Leiche, eingehender Untersuchung der Umstände und der familiär-gesundheitlichen Vorgeschichte kann mit großer Wahrscheinlichkeit vom Plötzlichen Kindstod gesprochen werden.

Obwohl es keine gesicherten Erkenntnisse hinsichtlich möglicher Ursachen gibt, haben Studien verschiedene Risikofaktoren ausgemacht, die mit dem Phänomen in Verbindung gebracht werden, zum Teil jedoch nicht immer nachvollziehbar zugeordnet werden können:

prenatale Risiken

  • unzureichende prenatale Pflege
  • unzureichende prenatale Ernährung der Schwangeren
  • Rauchen
  • Heroinmissbrauch
  • wiederholte Schwangerschaft innerhalb eines Jahres
  • Alkoholkonsum

postnatale Risiken

  • Schlafpositionierung des Babys auf dem Bauch
  • geringes Geburtsgewicht (unter 1,5kg)
  • Tabakrauch
  • Unterlassen des Stillens
  • übertriebenes Bekleiden und Überhitzung
  • zu weiche Schlafunterlage
  • Geschlecht: 61% aller Fälle sind männlich
  • Alter: das Risiko steigt auf ein Maximum zwischen dem 2. und 4. Monat und fällt dann wieder ab
  • Frühgeburt erhöht das Risiko um den Faktor 50

Der langen Liste der Risiken ist zu entnehmen, dass es keine umsetzbare Präventionsmaßnahmen gibt. Ein männliches Frühgeborenes, das den 3. Lebensmonat erreicht hat und zudem nicht gestillt wurde, ist statistisch gesehen besonders gefährdet. Dennoch lassen sich außer Schlafpositionierung und ohnehin sinnvoller postnataler Pflege keine geeigneten Maßnahmen ergreifen um das Risiko nachweislich zu senken. Machen sie sich also nicht verrückt und halten sie im Zweifelsfall Rücksprache mit ihrer Ärztin bzw. ihrem Arzt.

Anzeigen

Vorbereitung auf die Geburt | Baby und Bewegung | Menstruation und Pubertät
Links | Impressum